Noch vor 10 Jahren waren Autos mit elektrischem Antrieb eine Rarität auf unseren Strassen; elektrische Kleinwagen wie der iMiev von Mitsubishi taugten bestenfalls für Kurzstrecken; viel mehr traute man einem Auto mit Akku und E-Motor nicht zu.

Seither hat sich viel getan. Mit dem Model S hat Tesla bewiesen, dass ein Elektroauto mehr kann, als nur kurze Pendlerstrecken zurücklegen. Inzwischen hat der kalifornische E-Auto-Pionier schon mehr als eine Million E-Autos verkauft – und damit eine ganze Industrie unter Zugzwang gebracht. Steigende Nachfrage und vor allem die immer strenger werdenden Flottenverbrauchs-Gesetze zwingen auch die etablierten Konzerne, ihre Produktpalette umzustellen und mehr elektrische Autos anzubieten und zu verkaufen. Gleichzeitig muss aber das angestammte Geschäft weiterlaufen – denn die Kosten für die Entwicklung sind gigantisch. Der VW-Konzern kündete 2018 an, bis 2023 30 Milliarden Euro in die E-Mobilität zu investieren. Das beinhaltet Kosten für die Entwicklung, neue Produktionsstätten und die Förderung der Ladeinfrastruktur.

Ähnlich sieht es auch bei anderen Konzernen aus; Daimler kündete 2018 an, 20 Milliarden in die Beschaffung von Batteriezellen zu investieren – und will bis 2039 ein komplett CO2-neutrales Fahrzeugangebot auf die Räder stellen. Kürzlich kündigte Mercedes zudem vier neue E-Modelle in verschiedenen Segmenten an; den Anfang macht die Limousine EQS im kommenden Jahr.

Die grosse Schwierigkeit für die Hersteller liegt darin, die Nachfrage und die Marktanforderungen der Zukunft richtig abzuschätzen; deswegen setzen Hersteller wie Volvo oder auch BMW und die PSA-Gruppe auf flexible Fahrzeugplattformen, die sowohl mit E-Antrieb als auch mit konventionellen Motoren bestückt werden können, während Daimler oder der VW Konzern spezifische E-Auto-Architekturen entwickeln.

Fest steht: Das Angebot an E-Autos wird innert der nächsten Jahre massiv wachsen und die Kosten werden sinken. Damit kommt das E-Auto für immer mehr Kunden in Frage. (pae)