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Die veredelten Äpfel: Apfelringli von der Stiftung Arwo in Fislisbach

So geht Wertschöpfung: Dättwiler Äpfel mit «Schönheitsfehlern» werden bei der Stiftung Arwo in Fislisbach zu Apfelringli verarbeitet und zum Beispiel am Adventsmarkt in Baden verkauft.

Anja Schmid am festlich Verpacken der Geschenkboxen. Bilder: Carolin Frei

3.12.2021

Die Tage werden kürzer, kälter, grauer. Und doch hat diese Jahreszeit auch ihren Reiz. Da und dort riecht es nach heissen Marroni, Lebkuchen, und aus manch einer Küche kommt ein verlockender Duft von Mailänderli und Chräbeli. Was gibt es an solchen Tagen Schöneres, als bei einer heissen Tasse Tee, einem Punch oder Glühwein etwas Feines zu knabbern? Etwas Feines und erst noch Gesundes? Mit Apfelringli, liebevoll von Hand gemacht, kommt man nicht nur zu Gaumenfreuden, sondern man tut zugleich etwas gegen Foodwaste. Denn gegen diese Lebensmittelverschwendung setzen sich Obstbauer Thomas Obrist aus Baden-Dättwil und Felix Pente von der Lebensmittelproduktion der Stiftung Arwo in Fislisbach ein.

Wyss GartenHaus Aarau

«Wir kennen uns seit Jahren. Damals war Felix Pente noch als Restaurationsleiter im ‹Roten Turm› in Baden tätig. Ich belieferte ihn mit Gemüse und Obst», sagt Obrist. Vor vier Jahren wurde dann die Idee geboren, aus Äpfeln, Tomaten und Zucchetti, die mit kleinen, lediglich äusseren Schönheitsfehlern versehen sind, nicht einfach «nur» zu vermosten oder unterzupflügen, sondern diese Qualitätsprodukte der Nahrungsmittelkette zuzuführen.

Was Grossabnehmer nicht nehmen

«Im Schnitt geht jedes dritte Lebensmittel zwischen Feld und Teller verloren oder wird verschwendet. Dabei hat unsere Ernährung und insbesondere auch unsere Lebensmittelverschwendung weitreichende Auswirkungen auf Klima und Umwelt», kann auf der Seite von foodwaste.ch nachgelesen werden. «Umso wichtiger, etwas dagegen zu tun», betont Pente. Das Konzept war schnell geboren. Äpfel, die wegen kleiner Flecken auf der Schale nicht an die Grossabnehmer verkauft werden können, kommen nun nach Fislisbach, in die Lebensmittelproduktionsstätte der Stiftung Arwo.

Felix Pente (links) und Thomas Obrist.
Felix Pente (links) und Thomas Obrist.

Dort werden die Äpfel gewaschen, geschält und in Ringli geschnitten. Die wiederum landen im Dörrofen und werden später liebevoll verpackt zum Kauf angeboten. Auch die Schale wird genutzt, kommt zerkleinert in die Früchteteemischung. Aus den Tomaten wird Tomatensauce gemacht und die Zucchetti landen als sauer-süsse Gaumenfreude im Glas. Dies werde von der Kundschaft sehr geschätzt, wisse man doch, dass man mit dem Kauf dieser Produkte kostbare Lebensmittel retten konnte. Und man wisse auch, dass man damit Menschen mit Beeinträchtigung eine befriedigende Arbeit bescheren könne, sind Pente und Obrist überzeugt. Dass es Freude macht, im «genuss atelier» zu arbeiten, bestätigen denn auch Myriam Huber, Jérôme Bühler und Cinzia Perri – alle drei gerade mit Apfelringlimachen beschäftigt – mit einem Strahlen im Gesicht.

Am Adventsmarkt Baden

Wer sich selber eine Freude machen oder seine Liebsten mit einem sinnvollen Weihnachtsgeschenk überraschen möchte, darf sich gerne im «genuss atelier » in Fislisbach umsehen. Oder aber man besucht den Adventsmarkt am 4. Dezember auf dem Kirchplatz in Baden. Dort findet man, nebst den tollen Produkten von der Stiftung Arwo, auch viele weitere, qualitativ hochstehende Artikel, die von Institutionen für Menschen mit Beeinträchtigung geschaffen wurden. Carolin Frei