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Strategie zahlt sich aus

Auf längeren Fahrten mit einem E-Auto ist es ein wenig wie bei einem F1-Grand-Prix: Die richtige Boxenstopp-Strategie kann entscheidend sein.

Schnellladestationen funktionieren am besten, wenn der Akku fast leer ist. Bild: zvg

1.05.2022

Eigentlich ist es einfacher, mit einem Elektroauto zu reisen als mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Denn in modernen E-Autos übernimmt in der Regel das Navi die Routenplanung und zeigt an, wo geladen werden sollte. Trotzdem lohnt es sich, sich etwas mit der Technik zu befassen – denn mit etwas Wissen kann die Route oft noch optimiert werden. Zudem können ein paar digitale Helfer nützlich sein, um die Route schon vor der Fahrt zu planen, um Überraschungen unterwegs zu vermeiden. Zu guter Letzt ist es ratsam, immer einen «Plan B» in der Hinterhand zu haben, gerade wenn es um die weiterhin zu vielen Bezahlsysteme geht.

Die wichtigste Grundregel, wenn es ums Schnellladen unterwegs geht: Je voller der Akku ist, desto langsamer wird der Ladevorgang. Viele E-Autos können ihre maximale Ladeleistung nur bis zu einem Ladestand von 50% aufrechterhalten. Ab 80% wird es dann auf jeden Fall deutlich langsamer. Das heisst: Mit zwei kurzen Ladestopps verliert man oftmals weniger Zeit als mit einer langen Pause. Dabei sollte immer nur so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig, geladen werden. Eine gute Sicherheitsreserve sollte man aber dennoch im Akku behalten – und selbstverständlich beim letzten Laden auf der Route auch schon an die Rückreise denken, sofern am Ziel keine Lademöglichkeit vorhanden ist.

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Einfach planen und bezahlen

In der Theorie klingt das einigermassen simpel. Beim Umsetzen in die Realität ist man aber, sofern man nicht riskieren will, mit leerem Akku zu stranden, auf digitale Hilfe angewiesen. Einige Hersteller bieten eigene Apps zum Auto an, mit denen sich die Route planen lässt. Darüber hinaus ist der Online-Dienst abetterrouteplanner.com (auch als App verfügbar, Grundfunktionen kostenlos) zu empfehlen. Hier lassen sich beliebige Routen mit unterschiedlichsten Fahrzeugmodellen planen. Zahlreiche Parameter wie Zuladung, Wetter oder Geschwindigkeit lassen sich frei anpassen. So kriegt man einen guten Überblick über benötigte Ladestopps – und kann auch Fahrzeuge untereinander vergleichen. Erfahrungsgemäss funktioniert dieser Routenplaner zwar nicht zu 100% präzise, aber doch erstaunlich genau und verlässlich.

Bleibt noch das Thema der Bezahlung. Auch hier haben inzwischen viele Autohersteller ihr eigenes Angebot, über das mit einer Karte, die an fast allen Ladestationen akzeptiert wird, zentral abgerechnet wird. Doch lohnt es sich, immer eine Alternative zur Hand zu haben. Bei vielen Ladestationen ist es zwar möglich, per Kreditkarte zu zahlen – jedoch oft nur umständlich über eine App. Angenehmer ist eine Ladekarte, zum Beispiel von TCS, Swisscharge oder Plugsurfing. Über eine App findet man auch hier zahlreiche Ladestationen, bezahlt wird bequem per Chipkarte und die Abrechnung erfolgt monatlich.

Über korrekte Kabel und Adapter braucht man sich indes kaum mehr Gedanken zu machen. An Schnellladestationen ist das Kabel ohnehin fix mit der Ladestation verbunden; die Hersteller haben sich hier auf den CCS-Standard geeinigt und verwenden alle den selben Anschluss. Für die langsameren Ladestationen in öffentlichen Parkhäusern etc. genügt ein Typ-2-Ladekabel, das in der Regel mit dem Auto verkauft wird. (pae)