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Weihnachtsausstellung im Museum Kloster Muri: O du schöne Weihnachtszeit

Alfred Dünnenberger-Hager sammelt historischen Christbaumschmuck, Adventskalender und Krippen. Seine einzigartige Sammlung ist im Museum Kloster Muri in der Sonderausstellung «Von Königsberg bis London» zu sehen.

Jedes von Alfred Dünnenbergers antiken Stücken hat eine eigene Geschichte. Bilder: Isabel Iten

3.12.2021

Im Äbtekeller im Museum des Klosters Muri weihnachtet es schon Anfang November sehr. Mitten im Raum steht ein grosser, geschmückter Tannenbaum. Auf einer Leiter steht Alfred Dünnenberger-Hager und hängt konzentriert einen im Flugzeug sitzenden Weihnachtsmann an einen Ast. Das Grün der künstlichen Tanne ist kaum mehr zu sehen, so viele weihnachtliche Trouvaillen funkeln und glitzern bereits jetzt um die Wette. «Ich bin noch lange nicht fertig», sagt der leidenschaftliche Sammler von antikem Weihnachtsschmuck lachend. «Bis jedes Stück optimal sichtbar hängt, brauche ich bestimmt noch vier Tage.» An diesem Prachtbaum ist eine Vielfalt von kostbarem und historischem Christbaumschmuck zu bewundern.

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Prachtvolle Weihnachtsstimmung

Die diesjährige Sonderausstellung «Von Königsberg bis London» im Museum Kloster Muri steht bis am 30. Januar 2022 im Zeichen der traditionellen Weihnachtsbräuche. Alfred Dünnenberger aus Baar besitzt eine einzigartige und umfangreiche Sammlung von altem Christbaumschmuck zwischen 1850 und 1950. «Diese Sonderausstellung bereichert thematisch die permanente Ausstellung im Klostermuseum optimal. Drei prachtvoll geschmückte Weihnachtsbäume in ihrer Farbenpracht und Formenvielfalt sind sicherlich das grosse Highlight. Aber auch Adventskalender und Krippen vermitteln in den Räumen des Museums ein lebendiges weihnachtliches Ambiente», schwärmt Heidi Holdener, Geschäftsführerin von Muri Kultur.

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Silberner Jaguar entfacht Sammelleidenschaft

Seit über vierzig Jahren spezialisiert sich der 74-jährige Sammler vorwiegend auf antike Adventskalender, Christbaumschmuck und Krippen. Ein silberner Jaguar war der Auslöser für seine Leidenschaft. In einem Antiquitätengeschäft in Zürich sah er damals einen faszinierenden Baum mit antikem Weihnachtsschmuck. Darunter war auch das Tier aus Dresdner-Karton, das er unbedingt haben musste. «Meine Frau freute sich über meine neue Sammelleidenschaft. Bis dahin gehörte meine Aufmerksamkeit alten Trichtergrammofonen und Schellack-Schallplatten. Im Gegensatz zu Weihnachtsschmuck brauchen diese sehr viel Platz.» Alfred Dünnenberger strahlt wie der Weihnachtsmann und blickt auf die vielen Bananenkisten, die gefüllt sind mit seiner Sammlung.

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Seit seiner frühzeitigen Pensionierung 2005 ist für ihn das ganze Jahr Weihnachten. «Ich bin jeden Tag am Basteln oder auf der Suche nach weiteren seltenen weihnachtlichen Objekten. » Vor allem geht es ihm um den geschichtlichen Wert der Objekte. «Ich möchte dokumentieren, wie man in alten Zeiten Weihnachten gefeiert hat. Der Weihnachtsbaum war immer ein Blick auf das aktuelle Weltgeschehen. » Alfred Dünnenberger besitzt über tausendfünfhundert historische, handgefertigte und selbst gebastelte Schmuckstücke. «Das Material und die Originalität sind mir sehr wichtig», erklärt er. «Bei Versteigerungen kann es schon kostenintensiv werden.» Weiter über das Geld redet er nicht, dafür über seinen aufregendsten Sammlermoment.

Beharrlichkeit führt zum Erfolg

Auf die Königsberger Kastenkrippe, die er zum ersten Mal in der Öffentlichkeit in Muri zeigt, ist Alfred Dünnenberger besonders stolz. «Diese Krippenkunst zeichnet sich durch eine besonders feine Schnitzkunst aus und wurde Ende des 19. Jahrhunderts in der Gegend von Königsberg an der Eger (Tschechien) von der Bevölkerung hergestellt. Jede Figur aus feinfaserigem Pfaffenhütchen-Holz wurde mit kleinen Werkzeugen aus Nähnadeln und Regenschirmstäbchen geschnitzt. Heute sind solche Figuren nur noch selten in guter Qualität zu finden.

Alfred Dünnenberger hat Glück. Vor zwei Jahren fand er die Figuren auf Ebay. Leider mussten die Figuren in Gruppen ersteigert werden und nicht alle hundertfünf Figuren zusammen. Gross war die Enttäuschung, als am Ende der Auktion der Sammler nur hundert Figuren ersteigern konnte. Den Zuschlag für die fünf Hauptfiguren Maria, Joseph und die Verkündungsengel erhielt ein Käufer aus Wien.


"Ich bin jeden Tag am Basteln oder auf der Suche nach weiteren seltenen weihnachtlichen Objekten."

Alfred Dünnenberger-Hager


Alfred Dünnenberger nahm umgehend Kontakt auf mit dem Verkäufer und bekniete diesen, einen Kontakt zum anderen Käufer herzustellen. Es brauchte mehrere Mails und Briefe, bis seine Bitte Gehör fand. Der andere Käufer meldete sich und liess sich von Alfred Dünnenberger überzeugen, dass die Figuren der Königsberger-Krippe nicht auseinandergerissen werden durften. Die Kastenkrippe für die wertvollen Figuren hat er selber originalgetreu wochenlang in der Lockdown-Coronazeit nachgebaut. Isabel Iten

www.duennenberger-baar.ch