Niemand hätte Anfang 2020 gedacht, dass ihn seine Anlagen oder das gesparte Geld mehr beschäftigen würde als nötig. Im Verlauf der ersten zwei Monate im Jahr nahm alles seinen gewohnten Gang, am Horizont tauchten höchstens einmal Schneewolken oder intensive Regengüsse auf, wie es der Winter so mit sich bringt. Ende Februar zeichneten sich aber ungewohnt dunkle Wolken am Finanzhimmel ab, denn immer intensiver und bedrückender wurden die Meldungen über das bisher nur in Fernost grassierende Virus. 

Corona war auf bestem Weg, die Gesellschaft zu verändern, keine Frage. Wie Schlingen zogen sich Grenzlinien um Städte und Länder, das Reisen wurde erschwert, die Wirtschaft geriet ins Stocken, die Menschen spürten, dass in ihrer Umgebung, zu Hause und vor allem bei der Arbeit, nichts mehr so sein würde wie gewohnt. Kein Wunder, dass die Krise bei den meisten Menschen bedrückende Sorgen zur Existenz hervorrief. Ängste um den Arbeitsplatz verbreiteten sich bereits nach wenigen Wochen, Fragen zur beruflichen Zukunft standen ab Frühling 2020 im Raum. Wie würden sich die zeitweiligen Einschränkungen auswirken? Welche Folgen hat der Lockdown, wie sollte es weitergehen, wenn Einkommen und Erspartes plötzlich nicht mehr gesichert sind?

Dass Sparkonti seit längerer Zeit kaum mehr Zinsen abwerfen und sich als Sparstrategie nicht mehr lohnen, ist schon seit längerem bekannt. Kontoführungsgebühren kosten manchmal mehr Geld, als die Zinsen erwirtschaften, so dass die Gefahr besteht, dass das Geld negativ verzinst ist und das Vermögen langfristig dahinschmilzt wie die Butter an der Sonne.

Garantiert mehr Rendite als ein normales Bankkonto versprechen da verschiedene Fondssparpläne, wo Anleger die Strategie selbst wählen können – von zurückhaltend defensiv bis zur risikofreudigen Offensivvariante. Für Menschen, die sich nicht detailliert um Finanzgeschäfte kümmern möchten und von den Mechanismen des Handels mit Wertpapieren wenig verstehen, eine ideale Anlagemöglichkeit, sind Bankfachleute überzeugt.

Sparen im verflixten Corona-Jahr

Beim Sparen mit Fonds legt man über einen längeren Zeitraum regelmässig eine feste Summe Geld in einem Investmentfonds an. Die Summe muss nicht einmal gross sein. Denn wie heisst es doch? Steter Tropfen höhlt den Stein – und beim Fondssparen häuft der stete «Batzen» das Vermögen. Normalerweise. Aber wie sieht es nun aus im verflixten Corona-Jahr?

Tatsächlich nicht einfach, denn auch bei den Fondssparplänen war vor allem in der Zeit zwischen Ende März und Anfang Mai viel Geduld gefragt. Wer bei einem Finanzinstitut einen Fondssparplan eingerichtet hat, kann über die Onlinebanking-Tools den Kursverlauf beobachten und schauen, wie sein Gespartes wächst. Man muss dazu kein Finanzspezialist sein, denn die Übersicht ist schnell gegeben. Werfen die Fonds Gewinn ab, präsentieren sich Prozentzahlen und Beträge in Grün, gleiten die Zahlen ins Minus, leuchten sie rot.

Nach Bekanntgabe des Lockdowns wiesen die Prozentzahlen in erschreckend schnellem Tempo nach unten, jeder Tag war mit Leiden verbunden, denn aus dem einstigen satten Gewinn der vergangenen Monate und Jahre war in Windeseile ein Verlust geworden. Jetzt war guter Rat teuer. Vor allem für Anlagelaien entwickelte sich das einst so erfreuliche Fondssparen zur Zitterpartie und verlangte starke Nerven, um nicht unter dem Motto «lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende» zu hadern und sein ganzes Fondsanteilpaket zu veräussern. Dies ist nämlich problemlos möglich. Wer seine Sparpläne mit Fonds aufgeben möchte, kann dies mit einigen wenigen Mausklicks tun, liefert die nötigen Angaben, bespricht sich vielleicht noch mit seinem Bankberater und kann die gewünschte Summe schon innerhalb weniger Tage auf sein normales Bankkonto überweisen lassen.


"Beim Sparen mit Fonds legt man über einen längeren Zeitraum regelmässig eine feste Summe Geld in einem Investmentfonds an."


Geduld haben hilft auch in der Zukunft

Finanzexperten, Bankfachleute und börsengewohnte Anleger rieten aber schon zu Beginn der Corona-Krise, einen kühlen Kopf zu bewahren – und sind auch beim Ausblick auf die kommenden Monate im neuen Jahr derselben Meinung: Schwankungen gehörten beim Anlegen dazu, Kurse würden kurzfristig steigen und fallen – keine Panik also. Grundsätzlich gilt: Wer über einen Geldbetrag verfügt, den er in naher Zukunft nicht verwenden will, erzielt mit einem Fondssparplan relativ einfach eine Rendite. Kann man für längere Zeit auf den Betrag verzichten, desto höher sind die Gewinne. Dabei ist es ganz normal, dass beim Anlegen mit Fonds die Einlagen störende Unruhen an der Börse mitmachen, abhängig vom Aktienanteil und der sogenannten «Aggressivität» der Anlagestrategie, also von der gewählten Risikostufe eines Fondssparplans. Und wenn die Corona-Krise auch nicht einfach eine kurzfristige Störung des Alltags bedeutet und Beeinträchtigung des gesellschaftlichen Lebens darstellt – Geduld hilft auch beim Fondssparen über die Runden. Irgendwann wird sich die Situation beruhigen und man darf sich wieder über «grüne» Zahlen freuen. Thomas Pfann