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Überbauung am Dorfplatz Villmergen & Haus zum Rössli

Villmergen: Was seinen Ursprung im Jahre 2016 hatte, wird nun 2022 als imposantes Bauwerk der Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Luftansicht Gesamtüberbauung Bilder: zvg

15.07.2022

Ein ambitioniertes Projekt, das nach 4-jähriger Planungszeit im Mai 2020 den Baubeginn hatte, wird nun nach und nach bezogen. 31 moderne Mietwohnungen, 3 Büro- und Gewerberäume, eine Restaurationsfläche sowie 840 m2 Migros-Ladenfläche werden mit 85 Parkgaragenplätzen komplettiert.

EgoKiefer Fenster und Türen

Geschichte, die aufhorchen lässt

Bereits im 13. Jahrhundert wurde das «Rössli» im Habsburger Urbar (deutschsprachiges Verzeichnis sämtlicher Rechtstitel) erwähnt. Der Kernbau, der mit Ausnahme der Fassade abgebrochen wurde, dürfte laut Denkmalschutzinventar aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, also ca. um 1650, stammen. Ein Hinweis dafür ist das Königsfelder Wappen mit der Jahrzahl 1685 an der Vorderfront des ehemaligen «Rössli»-Saals.

Auf der Michaliskarte 1837–42 sind die beiden Gebäude Rössli und Ochsen bereits erkennbar und waren schon damals der Dorfkern. Es wird vermutet, dass der Ochsen im Jahre 1936 erbaut wurde. Die Jahreszahl im Türsturz des winkelförmigen Baus deutet darauf hin. Schon 1957 konnte das Dorf Villmergen die Attraktion der Eröffnung des Kinos bestaunen. Dieses wurde an den bereits bestehenden Saal angebaut und so wurden die ersten Hollywoodfilme der ländlichen Bevölkerung nähergebracht.

Haupteingang Haus zum Rössli
Haupteingang Haus zum Rössli

Kein alltäglicher Bau

Die Projektentwicklung als auch die Bauumsetzung als solches waren extrem herausfordernd. Dies weil der Bauplatz sich im Herzen von Villmergen befindet und somit betreffend Zu- und Wegfahrt inkl. Baustellensicherung grosse Anstrengungen erforderlich waren. Auch das Erstellen der Baugrube, die zwei Stockwerke in den Boden geht, stellte besondere Anforderungen an alle Beteiligten. Jedoch zweifellos die grösste Herausforderung war die Integration der alten «Rössli»-Fassade die zeitweise alleine stehend als Zeitzeuge übrig geblieben war. Die unter kantonaler Denkmalpflege stehende Fassade wurde aufwendig ins neue Bauwerk integriert und liebevoll restauriert.

Erfolgreiches Zusammenspiel

Von der Grundidee des Besitzers Ahmet Sari über die Projektenwicklung und -planung bis hin zur Realisation durch die Xaver Meyer AG wurden viele Probleme gelöst und ein tolles neues Dorfzentrum geschaffen. Das Zusammenspiel der einzelnen Gewerke war sehr erfolgreich und hat mit dem Dorfplatzprojekt einen wichtigen Teil zur Verschmelzung von Geschichte und Neuzeit im Dorfplatzprojekt sichergestellt. Wo bis vor kurzem ein baufälliges Gebäude stand, strahlt heute eine moderne Überbauung.